Nias

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Die Insel Nias - oder Pulau Nias, wie der vollständige Name lautet - liegt etwa 125 Kilometer vor der Westküste von Sumatra in der Nähe der Batu-Inseln, der Banyak-Inseln und der Insel Simeulue. Mit einer Länge von etwa 130 Kilometern, einer durchschnittlichen Breite von mehr als 40 Kilometern und einer Grundfläche von ca. 5000 Quadratkilometern ist Nias die größte vorgelagerte Insel vor Sumatra.

Bekannt ist Nias vor allem wegen seiner ausgezeichneten Möglichkeiten zum Surfen. Die besten Surfbedingungen herrschen zwischen Juni und Oktober. Die beliebteste Anlaufstelle für Wellenreiter ist der Strand Pantai Sorake in der Bucht Teluk Lagundri an der Südspitze von Nias. Da Nias von einem Korallenriff umgeben ist, müssen Wellenreiter zunächst durch das sogenannte „Keyhole“, eine Lücke im Riff direkt bei Pantai Sorake, hindurchpaddeln, ehe sie die herrlichen Wellen genießen können. Aus diesem Grund eignet sich der Strand vor allem für erfahrene Wellenreiter, nicht aber für Surfanfänger.

Kulturinteressierte kommen in Nias ebenfalls auf ihre Kosten: Nias hat eine eigenständige Kultur und die etwa 650.000 Bewohner der Insel sind überwiegend indigene Niasser, die eine eigene Sprache, Niassisch, sprechen. Auch wenn sie heute größtenteils offiziell Christen sind, so prägen dennoch Animismus und Ahnenkult immer noch ihre Vorstellungswelt.
Von dieser faszinierenden Kultur zeugen die freistehenden Monolithen und bearbeiteten Steine, die sich überall auf Nias entdecken lassen und die teilweise bis zu 3000 Jahren alt sind. Die besterhaltenen Exemplare finden sich unter anderem in Tundrambaho, Lahosa Indanotae und Tetegewo.
Typisch für Nias sind zudem die traditionellen Häuser, die mit ihrem segelähnlichen Dach, der niedrigen, geschwungenen Form und den hohen Pfeilern wie Schiffe auf Stelzen aussehen. Diese Häuser kann man unter anderen in den Bergdörfern Bawamatoluo und Hilisimaetano bewundern. In Bawamatluo werden für Touristen auch kulturelle Vorführungen von traditionellen Tänzen oder Stone Jumping angeboten.

Wer sich in Nias abseits der wenigen Touristenorte bewegt, wird entlegene Traumstrände, unberührte Dschungellandschaften, einsame Dörfer und imposante Zeugnisse der Megalithkultur entdecken. Allerdings ist die Infrastruktur ausgesprochen schlecht. Nicht nur durch den Tsunami im Dezember 2004, sondern auch durch ein schweres Erdbeben im März 2005 wurde Nias sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Gästehäuser und Restaurants sind jenseits der Touristenorte selten, viele Dörfer lassen sich nur zu Fuß erreichen. Um Nias zu erkunden, benötigt man also viel Ausdauer, Abenteuerfreude und Organisationsgeschick.

Von Sibolga aus gibt es regelmäßige Fährverbindungen nach Nias, von Medan aus verkehren zudem Flugzeuge nach Nias.